Paul Auster
The Book Of Illusions
Everyone thought he was dead. When my book about his films was published in 1988, Hector Mann had not been heard from in almost sixty years. Except for a handful of historians and old-time movie buffs, few people seemed to know that he had ever existed.
Was in Moon Palace bereits perfektioniert wurde, greift Auster in diesem Buch wieder auf: Die innere Schachtel packt die äußere packt die innere Schachtel aus. So in etwa.
Verschachtelung von Erzählebenen, von Lebensgeschichten, von Schicksalen. Das ist Austers Metier, und er ist Meister darin.
Before the body, there is the face, and before the face there is the thin black line between Hector's nose and upper lip. A twitching filament of anxieties, a metaphysical jump rope, a dancing thread of discombobulation, the mustache is a seismograph of Hector's inner states, and not only does it make you laugh, it tells you what Hector is thinking, actually allows you into the machinery of his thoughts.
Demjenigen, dem Moon Palace ein Begriff ist, demjenigen werden natürlich Paralellen auffallen- nicht nur der Name des Protagonisten in Book of Ilusions dürfte aus dem anderen Werk bekannt sein- auch die Themen sind sich ähnlich: Kunst, und Identität, und Identitätsverlust, und Verlust im Allgemeinen, Grenzerfahrungen.
Die Figuren sind denen in Moon Palace auch nicht unähnlich: ein Mann, der die Gesichte erzählt, und verschachtelt in diese Geschichte die Geschichte eines anderen Mannes. Doch, erinnert an Marco Fogg und Thomas Effing.
Trotzdem schafft es das Buch, mehr zu sein als ein Aufguss von schon Bekanntem. Der Fokus liegt im Book of Illusions anders, vielleicht stärker auf der Kunst-Thematik, die zwar eine der großen Themen in Moon Palace ist, aber dort trotzdem nur neben anderen Themen. Und was in Moon Palace Bilder waren, sind im Book of Illusions Filme. Und hier wird der Titel wieder interessant. Einen Buchtitel, der so mannigfaltig auf den Inhalt rückbezogen werden kann, habe ich bisher noch nicht gesehen.
Kann ich anderen die Lektüre von the Book of Illusions nahelegen? Es ist ein gutes Buch, ohne Frage, aber irgendwie keines, das man gelesen haben muss. Kein Buch, das sich nachhaltig in meinem Gedächtnis eingeprägt hat. Nicht so virtuos komponiert wie Moon Palace, weniger pointiert und sprachverliebt wie die New York Trilogy... Aber vielleicht ist the Book of Illusions das bessere "Auster-Einstiegs-Buch" - der Kosmos ist kleiner, die Verschachtelung geringer, eine Handlung vorhanden.
Wer einmal die Perfektion des Geschichtenverwebens in Moon Palace kennen gelernt hat, wer Austers bizarre Ideen und seine Sprachfinesse in der New York Trilogy gekostet hat, wird sich nicht so einfach mit the Book of Illusions abspeisen lassen; Wer Auster noch nicht kennt, kann durch the Book of Illusions aber sicherlich auf den Geschmack gebracht werden...
What matters is not how well you can avoid trouble, but how you cope with trouble when it comes.
ISBN 0312990960, Picador 2003, 278 Seiten, broschiert, € ~ 4-5
rezensiert von Vera am 22.08.2008
rezensiert von Vera am 22.08.2008
